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Sie lieben die Oper und Ihren Reitverein und geben gern dem Roten Kreuz? Auch dann ist „Besser Spenden!“ interessant für Sie! Es unterstützt Sie darin, Ihre Interessen klarer herauszuarbeiten, Ihre Spendentätigkeit zu organisieren, gegebenenfalls „nein“ oder „später“ zu sagen, und selbstbewusst zu entscheiden, wem Sie wie viel Geld geben. Insbesondere wird Sie „Besser Spenden!“ anregen, zu überdenken, wie Ihre Spende wirklich am meisten Nutzen bringt.

Die meisten spenden eher sporadisch – für das Tierheim, für Hungerkatastrophen in Afrika, für das Rote Kreuz. Wir wollen helfen, aber sind wir überzeugt, dass die Hilfe mehr ist als der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein? Wer verhindern will, dass Tiere in Not kommen, dass Menschen hungern, dass das Rote Kreuz überhaupt zum Einsatz kommen muss, verlässt das Feld der bloßen Wohltätigkeit und begibt sich in eine Spendenarbeit, die die Ursachen der Probleme im Blickfeld hat.

Was vermögenden Menschen anbelangt: Wir geben meist kleinere Summen, als wir geben könnten - weil wir uns in der Materie nicht gut genug auskennen und den Spendensuchenden nicht so recht trauen. Deshalb geben wir auch mal hier und mal dort. Dabei ist offensichtlich: um zu erreichen, wovon wir träumen, bräuchte es größere Summen, und von jetzt auf gleich wird’s nicht gehen.

Seit einigen Jahrzehnten gibt es die Bewegung der social change philanthropy. Damit ist eine pro-aktive Spendentätigkeit gemeint, die auf mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft und auf Verteidigung der Natur ausgerichtet ist, durchaus im Kontrast zu Wohltätigkeits-Spenden. „Change not charity“ (struktureller Wandel statt Almosen) ist das Motto einer neuen Generation von Philanthropen, die ihr Vermögen zielgerichtet und strategisch gemeinnützig einsetzen; aus dieser Motivation entstand auch
„Besser Spenden!“.

Häufig liegt die Wirksamkeit einer Spende nicht an der Größe der Summe. Persönliches Engagement und gezielter finanzieller Einsatz sind sehr oft wichtiger. Die Philanthropie darf, als wirkungsvolle Möglichkeit, unsere Gesellschaft selbst zu gestalten, nicht den Reichen vorbehalten sein. Und auch Reiche können mit anderen Ressourcen oft mehr helfen als nur mit einer Überweisung.

Social change philanthropy ist strategisch ausgerichtet. Sie versucht, soziale Probleme „an der Wurzel“ zu erfassen und zu lösen, und wirkungsvolle Hebel anzusetzen, z.B. indem sie größere Partner mit an den Tisch holt, neue Ideen an die Öffentlichkeit bringt und auch größere Summen einsetzt.

So wie die Entwicklungshilfe gelernt hat, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, anstatt Almosen zu verteilen, so versucht social change philanthropy, Projekten auf die Beine zu helfen, sodass sie sich optimal entwickeln können.

Social change philanthropy ist häufig sehr strategisch ausgerichtet. Ein typisches Beispiel ist die angewandte Forschung; Missstände müssen erfasst und dargestellt werden, damit mögliche Lösungen überhaupt in Sicht kommen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung von Interessenvertretung – im Volksmund „Lobby“ – für sozial Benachteiligte. Gefragt ist ein fokussierter und längerfristiger Einsatz der Ressourcen, um Chancen auf Erfolg zu haben.

Aber auch bei einer “einfachen” Spende für ein Projekt oder eine Einrichtung bietet sich ein einfaches Fragenraster an, um die Chancen zu überprüfen, ob Ihre Spende etwas bewirken kann.

  • was tut die Organisation?
  • wie misst die Organisation ihren Erfolg? Wie stellt sie fest, dass ihre Dienstleistungen wirksam und nachhaltig sind?
  • wie hoch sind die entstehenden Kosten ungefähr?

Viele Förder-Einrichtungen arbeiten in diesem Sinne strategisch. Institute vergeben Forschungsaufträge; Stiftungen bringen Themen in die Öffentlichkeit; Think Tanks erarbeiten Leitlinien für die Politik.

Social change philanthropy fügt einen wesentlichen Aspekt hinzu: sie erklärt den Prozess des Förderns für ebenso wichtig wie die Inhalte. Wichtige Werte sind

  • Transparenz: Es wird offengelegt, wie die gebende Organisation arbeitet, wer Entscheidungen fällt und was die Konsequenzen aus dieser Arbeitsweise sind.
  • Beteiligung: Menschen, die zur geförderten Zielgruppe gehören, werden an den Entscheidungsprozessen beteiligt.
  • Respekt: Wissen und Erfahrung der Geförderten werden geachtet.
  • Niedrige Zugangshürden: Der Verwaltungsaufwand für die Geförderten hält sich in vernünftigen Grenzen.
  • Offenheit zu lernen: Das philanthropische Engagement verändert alle, Gebende und Nehmende.




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