Spendentipps
Effektiv sind diejenigen Spenden, die Sie persönlich überzeugen. Wenn Ziele und Zwecke Sie wirklich interessieren, wenn die dort arbeitenden Menschen Ihnen wichtig sind, wenn für Sie Erfolge und Krisen miterleben, dann werden Sie nach Ihren wahren Möglichkeiten spenden. Und wenn Sie selbst mitbekommen, dass Ihre Spenden effektiv sind, dann werden Sie langfristig fördern. Es sind solche Spenden, die Projekte in die Lage versetzen, erfolgreich zu arbeiten.

Das Buch „Besser Spenden!“ bietet vielfältige Hilfestellung an. Hier
finden Sie Links für eine Internet-Recherche.

Zusätzlich sei hier eine kurze „Spendenanleitung“ vorgestellt. Sie kommt mit freundlicher Empfehlung von Jo Andrews, senior consultant beim Institute on Philanthropy in London, und war abgedruckt in der Financial Times vom 22. 12. 2007 (Übersetzung: Ise Bosch).

Anleitung zu effektivem Spenden in fünf Schritten von Jo Andrews

Es gibt praktische Anleitungen, denen jeder Mensch folgen kann, um effektiv zu spenden - egal, um was für Summen es sich dreht.

So sollten Sie nicht spenden: kürzlich traf ich eine wenig vermögende junge Rechtsanwältin, die monatlich eine Summe an eine bekannte Tierrechtsorganisation überwies. Ich fragte sie, ob ihr Tiere wirklich sehr am Herzen lägen. „Nein“, sagte sie und sah mich an, als wäre ich verrückt. „Was mir wirklich am Herzen liegt, ist Frauenhandel.“ Warum spendete sie dann für eine Tierrechtsorganisation? Ganz einfach: weil diese Organisation sie auf der Straße angesprochen hatte.

Erster Schritt: Es ist Ihr Geld; wenn Sie es spenden, nehmen Sie damit Ihre Chance war, direkt etwas damit zu bewirken, Leben und Gesellschaft zu verändern. Um effektiv zu spenden, müssen Sie entscheiden, was Sie wirklich bewegt oder wem Sie helfen wollen.

Zweiter Schritt: Machen Sie eine Liste. Halten Sie fest: die Menschen, die sich um Ihre kranken Eltern gekümmert haben; das bettelnde Straßenkind auf Ihrer letzten Urlaubsreise; Verwandte, die psychisch oder an Sucht leiden. Vielleicht beschäftigt Sie die Zerstörung des Regenwaldes oder Menschenrechtsverletzungen in Simbabwe.

Dritter Schritt: Suchen Sie im Internet Organisationen, die zu den gewählten Themen arbeiten. Machen Sie eine kurze Liste der wichtigsten davon. Überlegen Sie, welche Arbeitsweise Ihnen am besten gefällt. Zum Beispiel Frauenhandel: Wollen Sie ein Programm unterstützen, das zwangsverschleppte Frauen berät und rehabilitiert; oder ein Projekt, das die Probleme in den Herkunftsländern der Frauen angeht? Oder beides? Gehen Sie strategisch vor, egal wie groß die Spendensummen sind.

Vierter Schritt: Fragen Sie sich: ist dieses Geld wirklich gut untergebracht? Effektives Spenden bewegt sich zwischen dem Bereich, wo sich Menschen selbst helfen können, und dem Bereich, wo der Staat hilft. Es hilft nichts, staatliche Hilfe zu duplizieren, oder die Eigenständigkeit von Menschen zu untergraben. Prüfen Sie, dass das Vorhaben nicht in Wirklichkeit Schaden anrichtet - wie kürzlich, als französische Familien „Waisen“ aus dem Tschad in Pflege nehmen wollten. Es stellte sich heraus, dass sie ihren Eltern weggenommen worden waren.

Fünfter Schritt: Wägen Sie ab zwischen den ausgewählten Organisationen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Spende dorthin geht, wo positive Veränderung entsteht. Eine Spende ist wie ein Stein, der in einen Teich geworfen wird: gut geworfen, bringt er die Oberfläche in Bewegung. Schlecht geworfen, sinkt er nur in die Tiefe.

Quelle


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© 2012 Ise Bosch